Während des Schlafes und darüber hinaus! (von Rudolf Steiner) Während des Schlafes und darüber hinaus! (von Rudolf Steiner)
Während des Schlafes lebt ein Mensch mit seinem Ich (Ego) und seiner astralen Organisation außerhalb seines physischen und ätherischen Körpers. In diesem Zustand als Wesen... Während des Schlafes und darüber hinaus! (von Rudolf Steiner)

von Rudolf Steiner

“Während des Schlafes lebt ein Mensch mit seinem Ich (Ego) und seiner astralen Organisation außerhalb seines physischen und ätherischen Körpers. In diesem Zustand als Wesen der Seele und des Geistes, als Ich- und als Astralorganisation, ist er mit den geistigen Kräften verwoben, die den ganzen Kosmos durchdringen. Er befindet sich in der Welt, also im übertragenen Sinne außerhalb seiner Haut – der Welt, von der die einzigen Eindrücke, die er im Wachleben erhält, seine Sinne durchdringen.

Während des Schlafes geht er daher direkt in die Dinge ein, die ihm im Wachleben nur die Außenseite zeigen. Aber nur das, was die Astralorganisation erlebt, wenn man sich außerhalb des physischen Körpers und des Ätherleibs befindet, kann in die Gedanken des Ätherleibes zurückgeführt werden, nicht das, was das Ego draußen erlebt. Daher bleiben die Erfahrungen des Egos im Schlaf während unserer gesamten Existenz auf der Erde für das gewöhnliche Bewusstsein und sogar für das imaginative Bewusstsein unterbewusst.

So kann man sagen: Im Schlaf sammelt ein Mensch genügend Kraft, um den ätherischen Körper jene Erlebnisse zu prägen, die er in Gedanken fassen kann. Aber während seines Lebens auf der Erde fehlt ihm die Kraft, mit den Wünschen und Sehnsüchten umzugehen, die das Ego im Zusammenhang mit irdischen Angelegenheiten während des Schlafes erlebt – denn auch diese gehen im Schlaf über. In unserer Epoche geht daher nur der Teil des Schlafens, der sich in Gedanken verwandeln lässt, in das bewusste Wachleben irdischer Menschen über; während die Schlaferfahrungen des Egos hinter dem Schleier der Existenz verborgen liegen.

Ich möchte Dir versuchen, die Welt, in der unser Ego im Schlaf lebt, klar zu machen.

Diese Welt wird nicht durch die inhärenten Kräfte der physischen und ätherischen Körper zusammengehalten. Diese Körper sind jedoch allein für das klare Bewusstsein des irdischen Menschen verantwortlich; Sie sind die Quelle der Urteile, die wir in Übereinstimmung mit unseren Gefühlen und unserem Willen aufgrund unserer eigenen Handlungen, unserer inneren Erfahrungen und Gedanken bilden. Wenn wir wach sind, richten wir unser äußeres Leben nach den Gedanken, die wir in unseren physischen und ätherischen Körper einprägen konnten. Aber nicht nur der Mensch selbst hat etwas über seine Erlebnisse zu sagen; seine Erfahrungen und Handlungen sind das Anliegen des gesamten geistigen Kosmos. Der Kosmos beurteilt, ob eine Handlung, ein Gedanke oder ein Gefühl für gut oder schlecht zu erklären ist.

Zwischen dem Aufwachen und dem Schlafen müssen wir uns eine eigene Meinung über uns selbst bilden. Wie ich in diesen Vorlesungen ausreichend gezeigt habe, nimmt der geistige Inhalt des Kosmos die Moral als sein Naturgesetz an, und was der Kosmos über unsere wahre Natur und unser Handeln sagt, erlebt das Ego während des Schlafes.

Inspirierte Erkenntnis zeigt, wie das Ego selbst im kürzesten Schlaf alles wieder durchlebt, was das Individuum von seinem letzten Moment des Wachseins bis zu seinem gegenwärtigen Schlaf durchgemacht hat – egal wie lange oder kurz diese Periode auch sein mag. So erlebt ein Mensch in den aufeinanderfolgenden Zuständen des Wachseins, Schlafens, Wachseins, Schlafens, was er in seiner letzten Wachzeit durchgemacht hat, besonders wenn es um seine eigenen Aktivitäten ging.

Soweit das die Erfahrung des Egos ist, bleibt es außerhalb des gewöhnlichen Bewusstseins, aber Inspiration kann es aufrufen. Dann wird die besondere Natur der Erfahrung bekanntgegeben, und wir finden, dass es in umgekehrter Reihenfolge zu unserer Erfahrung bei Tage durchgegangen wird. (Der Mensch und das Geheimnis der Zeit)

Im irdischen Leben kann ein Mensch diese Erfahrung jedoch normalerweise nicht ins Bewusstsein rufen. Dennoch muss er sich dessen bewusst werden, oder seine menschliche Existenz fiele aus der Verbindung mit der kosmischen Existenz. Inspirierte Erkenntnis zeigt, dass sobald ein Mensch nach dem Tod sein Lebenstableau beobachtet hat, das, wie gesagt, zwei, drei oder vier Tage dauert, und sobald sich seine Erinnerungen im Kosmos aufgelöst haben und sich dort ausbreiten – nach dieser Erfahrung, die oft als Befreiung des ätherischen Körpers bezeichnet wird – kommt es zu einer Zeit, in der der Mensch wieder auf sein irdisches Leben zurückschauen kann, jedoch auf andere Weise.”

(Rudolf Steiner, Lecture: S-5407: 26th August, 1923)






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