Javascript aktivieren!

Die dunkle Seite des Individualismus! Die dunkle Seite des Individualismus!
Der Individualismus ist in den letzten Jahrzehnten weltweit auf dem Vormarsch. Individualismus an sich ist nicht unbedingt schlecht. Der Individualismus behandelt jeden Einzelnen als... Die dunkle Seite des Individualismus!

von Rajiv Vij

Der Individualismus ist in den letzten Jahrzehnten weltweit auf dem Vormarsch. Individualismus an sich ist nicht unbedingt schlecht. Der Individualismus behandelt jeden Einzelnen als eigenständige Einheit und bevorzugt die individuelle Freiheit gegenüber der kollektiven oder staatlichen Kontrolle. Er ermutigt den Einzelnen zu mehr Eigenverantwortung und bietet Belohnungen, die direkter mit seinen Beiträgen zusammenhängen. Dieser ermächtigende Ansatz kann durchaus für einige der außergewöhnlichsten Leistungen von Einzelpersonen in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie und sogar Sport verantwortlich sein.

Ich glaube jedoch, dass wir ein Stadium erreicht haben, in dem das Gleichgewicht zwischen dem, was dem Einzelnen gut tut und dem, was der Gesellschaft gut tut, möglicherweise zu stark in Richtung des Einzelnen tendiert. Getrieben von sofortigen und unverhältnismäßigen Belohnungen für den individuellen Erfolg in einer kapitalistischen Welt, standen „Ich“, „Mich“ und „Mein“ im Mittelpunkt unseres Lebens.  Das Mantra “The winner takes it all” macht uns egozentrisch. Wir nehmen die Welt instinktiv aus einer wettbewerbsorientierten Perspektive wahr und nicht aus einer kollaborativen.

Bücher und Medien spiegeln diesen kulturellen Wandel wider. Bei der Durchsicht der digitalisierten Google-Datenbank mit über fünf Millionen Büchern hat sich herausgestellt, dass zwischen 1960 und 2008 individualistische Ausdrücke wie “Ich”, “Einzigartig” und “Ich bin etwas Besonderes” deutlich zugenommen haben. Während dieser Zeit nahm der Gebrauch von Worten wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit und Bescheidenheit um über 70% ab.

Auswirkungen exzessiven Individualismus.

Der Individualismus wird übertrieben, wenn wir nicht anerkennen, dass jeder etwas Besonderes ist, sondern betonen, dass “ich” etwas Besonderes bin. Die hässliche Seite dieses Wandels zeigt sich jetzt in allen Aspekten unserer Gesellschaft. Übermäßiger Individualismus unterteilt die Gesellschaft in Gewinner und Verlierer. Infolgedessen nimmt die Depression zu, insbesondere bei jungen Menschen. (Ich zuerst – Eine Gesellschaft auf dem Ego-Trip)

Es wird nur schlimmer, wenn man Zeit in sozialen Medien verbringt, in denen der Narzissmus im Aufwind ist und der Respekt vor anderen im Abstieg begriffen ist. Persönliche Beziehungen brechen schnell und Ehen brechen routinemäßig. Mit der Absicht, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, schützen wir unsere Kinder übermäßig, beeinträchtigen ihre Belastbarkeit und bereiten sie auf ein langfristiges Glücksgefühl vor, das sie niemals finden werden!



Übermäßiger Individualismus hat unsere Organisationskultur und sogar die Geopolitik infiziert. Unternehmensskandale treten mit großer Regelmäßigkeit auf und erinnern uns an die Verlockung von Gewinnen, ohne Rücksicht auf das Wohlergehen von Mitarbeitern, Kunden oder der Gesellschaft. Eine wettbewerbsorientierte Denkweise, gepaart mit Selbstbezogenheit, hat Politiken hervorgebracht, von denen einige für den Rest der Welt schädlich sein können.

Dies hat langfristige Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und ihre Zukunft. Zeige mir ein tiefes soziales Problem unserer Zeit und ich zeige Dir dessen Wurzeln im Individualismus. Der Klimawandel, die Einkommensungleichheit und die Flüchtlingskrise werden alle durch das Streben nach individuellem Erfolg (repräsentiert durch eine Person, eine Organisation oder eine Nation) verschärft, wenn nicht sogar nur daraus geboren.

Der Weg nach vorne!

Es ist an der Zeit, einen Ausgleichsprozess einzuleiten, um diese Wunden zu heilen. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem Einzelnen und dem Ganzen! Stelle Dir vor, Dein Gehirn schlägt vor, dass es das wichtigste Organ im Körper ist und Dein Magen um die Ehre kämpft. Wer würde gewinnen? Das Gehirn kann ohne die vom Verdauungssystem gelieferten Nährstoffe nicht funktionieren und der Magen ist ohne ein gesundes Nervensystem gestört.

Weder das Ganze (sei es unsere Familie, Gesellschaft oder der Planet) ist wichtiger als das Individuum (eine Person, Organisation oder Nation), noch umgekehrt. Was wir brauchen, ist, ihre gegenseitige Abhängigkeit zu würdigen und zu feiern. Dies erfordert, dass wir das Vokabular und die Haltung von Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit und Bescheidenheit zurückbringen, die wir in den letzten fünfzig Jahren scheinbar verloren haben. Dies kann uns helfen, nicht nur unsere persönlichen Ängste, sondern auch unseren kollektiven Streit zu lindern.

von Rajiv Vij via www.rajivvij.com




No comments so far.

Be first to leave comment below.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!
Nächster Beitrag