Dein geliebtes Smartphone: Wissenschaft erkennt Ursache für ein unausgewogenes Gehirn Dein geliebtes Smartphone: Wissenschaft erkennt Ursache für ein unausgewogenes Gehirn
Laut einer Studie, die vor wenigen Tagen auf der Jahrestagung der Radiologischen Gesellschaft Nordamerikas (RSNA) vorgestellt wurde, haben Forscher ein Ungleichgewicht in der Gehirnchemie... Dein geliebtes Smartphone: Wissenschaft erkennt Ursache für ein unausgewogenes Gehirn

Laut einer Studie, die vor wenigen Tagen auf der Jahrestagung der Radiologischen Gesellschaft Nordamerikas (RSNA) vorgestellt wurde, haben Forscher ein Ungleichgewicht in der Gehirnchemie von jungen Menschen gefunden, die süchtig nach Smartphones und dem Internet sind.

Laut einer aktuellen Studie des Pew Research Center sagen 46 Prozent der Amerikaner, dass sie auf ihr Smartphone nicht verzichten könnte. Gemäß einer anderen Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München gaben 85 Prozent der Nutzer hierzulande an, das Smartphone immer griffbereit zu haben. Über die Hälfte der Befragten aller Generationen verlangt mittlerweile von Freunden und Bekannten schnelle Reaktionen innerhalb weniger Minuten.

Während diese Einstellung übertrieben ist, werden immer mehr Menschen immer abhängiger von Smartphones und anderen tragbaren elektronischen Geräten für Nachrichten, Informationen, Spiele, und sogar den gelegentlichen Anruf. Neben der wachsenden Besorgnis, dass insbesondere junge Menschen zu viel Zeit damit verbringen, in ihr Telefon zu schauen statt mit anderen zu interagieren, werden Fragen nach den unmittelbaren Auswirkungen auf das Gehirn und den möglichen langfristigen Folgen solcher Gewohnheiten gestellt.

Hyung Suk Seo (Foto), Professor für Neuroradiologie an der Korea University in Seoul, Südkorea, und seine Kollegen verwendeten Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) um einzigartigen Einblick in die Gehirne von Smartphone – und Internet-süchtigen Jugendlichen zu bekommen. MRS ist eine Art von MRI, die die chemische Zusammensetzung des Gehirns misst.

“Je höher die Punktzahl, desto schwerwiegender die Sucht.” sagte Dr. Seo.




Dr. Seo berichtete, dass die süchtigen Jugendlichen signifikant höhere Werte für Depressionen, Angstzuständen, Schlafstörungen und Impulsivität aufwiesen. Dabei untersuchte das Team die Werte von γ-Aminobuttersäure (GABA, einen Neurotransmitter im Gehirn, der Gehirnsignale hemmt oder verlangsamt) und die Werte von Glutamat und Glutamin (Neurotransmitter, der bewirkt, dass Nervenzellen mehrfach elektrisch angeregt werden) sowohl bei den Jugendlichen als auch bei der Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse des MRS zeigten, dass GABA (hemmt Hirnsignale) im anterioren cingulären Cortex von Smartphone- und Internet-abhängigen Jugendlichen signifikant erhöht war. Dr. Seo sagte, dass die Verhältnisse von GABA zu Creatin und GABA zu Glutamat signifikant mit klinischen Skalen von Depressionen und Angstzuständen korrelierten. Zu viel GABA kann zu einer Reihe von Nebenwirkungen führen, einschließlich Schläfrigkeit und Angstzuständen.

“Die erhöhten GABA-Spiegel und das gestörte Gleichgewicht zwischen GABA und Glutamat im anterioren cingulären Cortex können zu unserem Verständnis der Pathophysiologie und Behandlung von Süchten beitragen,” sagte Dr. Seo

Es heißt, das Smartphone stiehle uns unser Bewusstsein. Hier nun eine wissenschaftliche Studie, die diese Sicht zulässt!

– DENKE-ANDERS-BLOG –


Ref.:

  • Radiological Society of North America. “Smartphone addiction creates imbalance in brain, study suggests.” ScienceDaily. ScienceDaily, 30 November 2017. <www.sciencedaily.com/releases/2017/11/171130090041.htm>.


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